Traktionssysteme Austria (TSA) hat offiziell ein neues Stanz‑ und Blecharbeitszentrum — Werk 3a — am Standort Wiener Neudorf eröffnet, ein Schritt, der sowohl für die österreichische Industrie als auch für deutsche Zulieferer, die die mitteleuropäischen Lieferketten teilen, von Bedeutung ist. Die feierliche Eröffnung fand am 15. Oktober 2026 statt, und das Unternehmen gibt an, dass das Werk im vierten Quartal 2026 in die Produktion gehen wird.
Die Investition und die Zahlen
TSA investierte rund €9,5 Millionen in die neue Halle, die zentrale Stanz‑ und Umformprozesse bündelt, die zuvor an externe Zulieferer vergeben wurden. Die Geschäftsführung erwartet, dass die Eigenfertigungsquote für sogenannte „Elektrobleche“ (Rotor‑/Statorbleche für Elektromotoren) von heute etwa 20–25 % auf 100 % steigt, sobald die Linie voll ausgestattet ist. Eine zweite Presse ist für 2027 geplant; mit beiden Maschinen rechnet TSA mit einer jährlichen Produktion von etwa fünf Millionen Blechen.
Das Unternehmen beschäftigt derzeit mehr als 450 Mitarbeitende in Wiener Neudorf und plant, die Zahl bis 2030 auf rund 550 zu erhöhen — ein Zuwachs von etwa 100 Stellen im Zusammenhang mit der langfristigen Entwicklung des sogenannten „TSA‑City“ Campus. Zur Eröffnung waren regionale Vertreter anwesend, darunter Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl‑Leitner und WKNÖ‑Präsident Wolfgang Ecker.
Warum TSA die Stanzung ins Haus holte
Die Geschäftsführung erklärt, der Schritt erhöhe die Wertschöpfung am Standort, verkürze Durchlaufzeiten und verringere die Abhängigkeit von externen Zulieferern — eine strategische Entscheidung zur Stärkung der Resilienz in Zeiten von Lieferketten‑Volatilität. TSA hob auch den ökologischen Nutzen hervor: Durch den Wegfall ausgelagerter Transporte sollen jährlich rund 200.000 Lkw‑Kilometer eingespart und etwa 200 Tonnen CO₂ vermieden werden. CEO Harold Schmidt beschrieb das neue Zentrum als einen Schritt, um „die Wettbewerbsfähigkeit und die langfristige Zukunft“ des Unternehmens zu sichern; Co‑CEO Robert Tencl stellte Werk 3a als Fortsetzung der Investitionsstrategie des Unternehmens dar.



