Der Vorstand und der Aufsichtsrat von Steyr Motors empfahlen den Aktionären am 2. November 2026, ein freiwilliges Barangebot in Höhe von EUR 39,00 je Aktie der SMOT Acquisition GmbH, einer Tochtergesellschaft des US‑börsennotierten Red Cat Holdings, Inc., anzunehmen. Die gemeinsame begründete Stellungnahme bezeichnet den Preis als „fair, angemessen und attraktiv“ und weist darauf hin, dass das Angebot einen Aufschlag von rund 28,9 % gegenüber dem Xetra‑Schlusskurs vom 16. Oktober 2026 ausweist.

Transaktionsbedingungen und Standortgarantien

Das am 22. Oktober veröffentlichte Angebotsdokument legt den Barpreis auf EUR 39,00 je Aktie fest und macht den Vollzug von üblichen Bedingungen abhängig, darunter Freigaben nach ausländischen Investitionsprüfungen in Österreich, Australien, Italien und dem Vereinigten Königreich; die Annahmefrist läuft bis zum 18. Dezember 2026 (17:00 CET). Der Kopfwert des Angebots beträgt bei vollständiger Annahme rund EUR 205 Millionen.

Entscheidend für Beschäftigte und die lokale Politik sind die im Business Combination Agreement und in der anschließenden begründeten Stellungnahme des Unternehmens festgehaltenen verbindlichen Zusagen von Red Cat, Österreich als Sitz der Gesellschaft beizubehalten und den Produktions‑, F&E‑ und Hauptsitzstandort in Steyr zu erhalten. Das BCA beinhaltet außerdem das Versprechen, bestehende Betriebsvereinbarungen und tarifliche Regelungen nicht zu ändern, eine dreijährige Zusage zur Erhaltung des Standorts sowie eine zweijährige Einschränkung betriebsbedingter Kündigungen von technischem Personal.

Unternehmensentwicklung und strategischer Kontext

Steyr Motors meldete für 2026 verbesserte operative Kennzahlen: Der Konzernumsatz stieg im 3. Quartal um 11,2 % auf EUR 12,5 Millionen und das Management bestätigte die Jahresprognose (Umsatzwachstumsziel 2026: 15–25 % und eine EBIT‑Marge von 8–12 %). Das Unternehmen verfügt zudem über einen Auftragsbestand von mehr als EUR 300 Millionen bis 2030, getrieben durch Abrufe im Verteidigungsbereich wie KNDS und Marineprojekte. Die Angebotsunterlagen und die Q3‑Mitteilung verknüpfen den Erwerbsfall mit Steyrs Rolle bei Spezialmotoren, bemannten bzw. unbemannten Wasserfahrzeugen und mobilen Energiesystemen.

Die Geschäftsführung betont die strategische Begründung: CEO Julian Cassutti erklärte, er „unterstütze dieses Angebot vollumfänglich“ und bietet seine eigenen Aktien zum Verkauf an. Er argumentiert, Red Cat biete Skaleneffekte, Marktzugang und Finanzierung bei gleichzeitiger Bewahrung der Identität und des Teams des Unternehmens. Die Investor‑Relations‑Unterlagen weisen ferner darauf hin, dass der Ankeraktionär B&C Holding Österreich GmbH zugestimmt hat, rund 780.000 Aktien (etwa 15 % des Kapitals) einzureichen — eine Verpflichtung, die das Unternehmen als Vertrauensbeweis in den Preis hervorhebt.