Wer in Deutschland "e-auto laden ohne ladekarte" in Google eingibt will wissen: Kann ich spontan mit Karte oder per Smartphone tanken – und wird das günstiger oder teurer? Seit dem Urteil des Landgerichts München I (6. Oktober 2026) darf der Betreiber EWE Go einem Roaming‑Partner nicht höhere Preise berechnen als seinen eigenen App‑Kunden; EWE Go legte allerdings am 30. Oktober 2026 Berufung ein, weshalb die Entscheidung noch nicht rechtskräftig ist.

Wie Sie heute ohne Ladekarte laden

Praktisch können E‑Autofahrer in Deutschland und Österreich bereits heute häufig ohne separate Ladekarte laden: Betreiber bieten Ad‑hoc‑Bezahlung (Direct Payment) per QR‑Code, per integriertes Zahlungsterminal mit kontaktloser Kredit‑/Debitkarte oder per Smartphone‑Wallet an. Kommunale Stadtwerke wie die Stadtwerke Kiel beschreiben Direct Payment als Standard‑Option an ihren Stationen; der Ablauf läuft meist über QR‑Code oder NFC am Terminal.

Zusätzlich treiben Hersteller und Netzbetreiber Plug & Charge voran: kompatible Fahrzeuge authentifizieren sich automatisch beim Einstecken, sodass weder App noch Ladekarte nötig sind – ein Komfort, den ADAC als wachsende Option beschreibt.

Was das Münchner Urteil konkret ändert

Das Landgericht München I beanstandete die gängige Praxis, Betreiber verlangten für Roaming‑Partner oder Fremdkarten Aufschläge gegenüber eigenen App‑Nutzern. Das Gericht sah hierin eine verbotene Diskriminierung nach EU‑Regeln (AFIR) und untersagte EWE Go, die höheren Preise in der beanstandeten Form zu berechnen; zugleich forderte das Gericht Schadenersatz seit dem Stichtag 13. April 2024. EWE Go hat inzwischen Berufung eingelegt, sodass die Rechtslage vorerst offen bleibt.