Der Großhandelsmarkt für Gebrauchtwagen in Deutschland und Österreich bewegt sich von Volatilität zurück zu einem stabileren Muster — jedoch nicht gleichmäßig. Aktuelle Indizes zeigen insgesamt monatlich fallende Gebrauchtwagenpreise, während batterieelektrische Fahrzeuge (BEVs) im bisherigen Jahresverlauf an Wert gewonnen haben. Diese Aufspaltung gestaltet die Remarketing‑Pläne von Händlern, Banken und Flotten­leasern neu.

Großhandelspreise: BEVs trotzen dem Abschwung

Der Price Index von AUTO1 verzeichnete im September 2026 einen europäischen Großhandelsindex von 133,2, was einem Rückgang von 2,3 % gegenüber August und 4,9 % gegenüber dem Vorjahr entspricht; das Unternehmen meldet einen breiten Rückgang der Benzin‑ und Diesel‑Großhandelspreise, während BEV‑Preise seit Januar stark gestiegen sind (AUTO1: BEV‑Index +20,6 % im Jahresverlauf). AUTO1 erklärt, der Trend deute auf eine „Normalisierung nach dem saisonalen Anstieg im Frühjahr“ hin.

Deutschland und Österreich: leichte Rückgänge, unterschiedliche Mischungen

Der Used Car Index von ARST Data für Oktober 2026 zeigt das vergleichbare Bild nach Treibstoffart und Land. Im Oktober sanken in Deutschland Benzin‑ und Dieselpreise um etwa 0,8 % gegenüber dem Vormonat, während gebrauchte Elektrofahrzeuge im gleichen Zeitraum um rund 0,5 % zulegten; in Österreich zeigte sich eine ähnliche Divergenz (Benzin/Diesel −0,3 %, elektrisch +0,7 %). Diese Zahlen sind bereinigt um normale Alterung und vergleichen dieselben Make/Model/Jahr‑Zellen Monat für Monat.

Gleichzeitig bleibt die Neuwagenaktivität in der Region substantiell: Deutschland verzeichnete im Oktober 2026 laut branchenspezifischen Daten auf Basis der KBA‑Zahlen 254.492 Neuzulassungen von Pkw — ein Umfeld, das den Gebrauchtmarkt in den kommenden Monaten mit jungen Inzahlungnahmen und Leasingrückläufern versorgen wird.

Was das für den Markt bedeutet

Für Händler und Remarketer ist der unmittelbarste Effekt eine sich öffnende Bewertungs­lücke auf dem Hof. Die Großhandelsdaten von AUTO1 zeigen, dass BEVs Benzin und Diesel in der Preisdynamik übertreffen, während die länderspezifische Aufschlüsselung von ARST das Muster sowohl in Deutschland als auch in Österreich bestätigt. Diese Divergenz erhöht die Bedeutung von abgestimmten Preis­modellen: Händler, die gefragte BEVs beschaffen und verkaufen können, schützen ihre Margen, während Händler mit großen benzinhaltigen Beständen Abschreibungs­risiken managen müssen.

Leasing‑ und Flottenmanager sollten dies beachten: Ein stetiger Zufluss nahezu neuer Fahrzeuge aus aktuellen Neuzulassungen wird das Angebot auf hohem Niveau halten und die Restwerte traditioneller Verbrenner unter Druck setzen, während BEV‑Restwerte sich festigen. In Österreich stiegen die Neuzulassungen in den ersten neun Monaten 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 12,1 %, was die Remarketing‑Volumina länderübergreifend erhöht.

Finanzhäuser und Versicherer müssen ihre Restwertannahmen und Risikomodelle nach Treibstoffart und Markt verfeinern — die Daten zeigen inzwischen, dass ein Einheits‑Abschreibungsansatz die Stärke von BEVs unterschätzt und die Benzin‑Exponierung überbewertet. AUTO1s Hinweis, dass die Preise „sich nach dem saisonalen Anstieg normalisieren“, unterstreicht den Wert von Echtzeit‑Großhandelsdaten für Preis‑ und Beschaffungsentscheidungen.

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Quellen: AUTO1 Group Price Index (Sept 2026), ARST Data Used Car Index (Oct 2026), VDA/KBA Zulassungen (Oct 2026), Statistik Austria (Jan–Sep 2026)