Die deutsche Automobilzulieferkette erlebte diese Woche einen neuen Schock, als Automotive Integrated Overhead Systems (Aios) — ein Zulieferer von Dachhimmeln und oberen Innenraumbestandteilen für Mercedes‑Benz — die Insolvenz in Eigenverwaltung anmeldete. Der Schritt betrifft etwa 300 Beschäftigte an drei Standorten und veranlasste die IG Metall, einen Sozialplan zu fordern und nach einer Urabstimmung die Option eines unbefristeten Streiks zu eröffnen. Das ist relevant für Fahrer, Händler und OEMs in Deutschland und Österreich, weil Engpässe bei einem einzelnen Zulieferer mit Alleinversorgung High‑Margin‑Mercedes‑Modelle in der Region verzögern können.
Aios reichte die Insolvenzmeldung ein, die am 23. Oktober 2026 öffentlich berichtet wurde; das Unternehmen betreibt sein Hauptwerk in Überherrn‑Altforweiler (Saarland) mit rund 240 Beschäftigten und kleinere Standorte in Bremen und Sindelfingen, wodurch sich die Gesamtzahl auf etwa 300 Mitarbeitende beläuft. Die Gruppe teilte mit, das Verfahren solle in Eigenverwaltung geführt werden, das heißt die Geschäftsführung bleibt unter gerichtlicher Aufsicht im Amt.
Gewerkschaftliche Maßnahmen und Zeitplan
Betriebsrat und IG Metall handelten schnell: Die Beschäftigten am Standort Überherrn stimmten in einer Urabstimmung ab, wobei 97 % der IG‑Metall‑Mitglieder die Option eines unbefristeten Streiks unterstützten — IG Metall hat die Mitglieder jedoch noch nicht zum Streik aufgerufen. Die Gewerkschaft erklärt, Streikbereitschaft sei das einzige Druckmittel, um einen Sozialplan und verbindliche Schutzregelungen für Beschäftigte durchzusetzen, während das Insolvenzverfahren läuft.
Das örtliche Gericht in Bremen setzte kurze Fristen: Ein vorläufiger Insolvenzverwalter wurde bestellt und dem Unternehmen wurden drei Monate eingeräumt, um einen Insolvenzplan vorzulegen, was bedeutet, dass die Geschäftsführung schnell einen tragfähigen Rettungs‑ oder Restrukturierungsplan nachweisen muss, andernfalls drohen härtere Konsequenzen für die Standorte und Arbeitsplätze. Der gerichtliche Schritt bestätigt die Anmeldung, bedeutet aber nicht automatisch eine sofortige Stilllegung.



