München — Ein US‑Physical‑AI‑Unternehmen und einer der größten Taxiunternehmen der Stadt haben einen konkreten Schritt unternommen, um Robotaxis auf deutsche Straßen zu bringen. Am 27. Oktober 2026 unterzeichneten Tensor Auto Inc. und das Münchner Taxi Zentrum (MTZ) eine Absichtserklärung (LOI), Robocars von Tensor als autonome Taxis in Deutschland einzusetzen, wobei MTZ den Dienst unter eigener Marke betreibt. Das ist wichtig für Fahrer, Flottenmanager und Stadtplaner in Deutschland und Österreich, weil die Vereinbarung ausdrücklich die Kontrolle der Betreiber über Kundschaft, Flotten und Daten bewahrt – eine zentrale politische und kommerzielle Forderung in Europa.

Was die LOI aussagt — Zahlen und Modell

Die LOI nennt als anfängliches Ziel bis zu 500 Tensor Robocars in deutschen Städten als ersten Schritt und enthält die Ambition, innerhalb von 24 Monaten nach Verfügbarkeit des Fahrzeugs in Europa weitere 10.000 Robocars bei europäischen Betreibern zu platzieren. Die geplante Einführung stehe „unter dem Vorbehalt endgültiger Vereinbarungen und der Level‑4‑Zulassung in Deutschland“, sagen die Partner. Tensor wird das Fahrzeug verkaufen und gleichzeitig autonomes Fahren als wiederkehrendes Abonnement (Autonomous Driving as a Service, ADaaS) bereitstellen; MTZ wird die Flotte betreiben und die Kundenbeziehung behalten.

Die Pressemitteilung hebt die Vorteile eines speziell für Taxidienste entwickelten Robocars hervor — automatisierte Sensorreinigung, Selbstparken und Wartungschecks zur Maximierung der Betriebszeit — und beschreibt das Fahrzeug als für Flottenbetrieb wie für privaten Besitz ausgelegt. Die Partner rahmen die Vereinbarung als ein „betreibergeführtes“ Modell, sodass lokale Taxiunternehmen Marke, Betrieb und Datensouveränität behalten.

Warum München und MTZ wichtig sind

MTZ wird als strategischer Einstiegspartner positioniert: Die LOI weist darauf hin, dass MTZ mehr als 150 Mitarbeitende hat, seit über 40 Jahren mit Städten an kommerziellen Einsätzen arbeitet und 2018 eine der ersten rein elektrischen Premium‑Taxiflotten Deutschlands gestartet hat. MTZ‑CEO Gregor Beiner ist zudem Vorsitzender von Taxis 4 Smart Mobility (T4SM), einer Koalition von Taxiorganisationen in sechs europäischen Ländern, die nach Angaben der Partner die Einführung auf dem Kontinent beschleunigen könnte.