Fahrer in Deutschland und Österreich stehen vor einer schnelleren und tiefergehenden Änderung der Fahrzeugprüfungen: Verhandler in Brüssel nähern sich einer Überarbeitung der EU‑Regeln für die Periodische Technische Untersuchung (PTI/HU), die Kontrollen bei Emissionen, Kilometerständen, elektrischen Antrieben und fortschrittlichen Fahrassistenzsystemen ausweiten und bestimmte Prüfergebnisse zwischen den Mitgliedstaaten gegenseitig anerkennen würde. Der Entwurf hat die Trilog‑Verhandlungen in diesem Herbst durchlaufen und nationale Verbände sowie Prüforganisationen bereiten sich bereits auf Feldtests im kommenden Winter vor.
Was die Revisionen vorschlagen
Der Vorschlag der Europäischen Kommission zur Änderung der Richtlinie 2014/45/EU würde, falls angenommen, den PTI‑Geltungsbereich erweitern (beispielsweise auf elektrisch angetriebene Motorräder), die Prüfintervalle für ältere Fahrzeuge erhöhen und verbesserte Prüfmethoden für Elektrofahrzeuge und Advanced Driver Assistance Systems (ADAS) vorschreiben. Er verpflichtet Hersteller außerdem, Prüfzentren die benötigten technischen Informationen kostenfrei zur Verfügung zu stellen, standardisiert digitale PTI‑Zertifikate in der ganzen EU und sieht Maßnahmen zur Eindämmung des Tachomanipulationen vor, etwa durch Aufzeichnung der Kilometerstände und verbesserte Datenaustausche. Diese Punkte sind im Kommissionsvorschlag und der Parlamentsakte niedergelegt.
Bisher benannte praktische Folgen umfassen die Möglichkeit, dass Fahrzeuge älter als zehn Jahre jährlichen Prüfungen unterzogen werden könnten, intensivere Prüfungen der ADAS‑Funktion und -Kalibrierung sowie neue Prüfpunkte für elektrifizierte Antriebe und On‑Board‑Emissionssysteme. Der Entwurf erleichtert zudem die Anerkennung eines in einem Mitgliedstaat ausgestellten PTI‑Zertifikats in einem anderen — ein Schritt, der den grenzüberschreitenden Handel mit Gebrauchtwagen zwischen Deutschland und Österreich direkt betrifft.
Timing und Umsetzungsschritte
Die EU‑Verhandler traten 2026 in Trilogverhandlungen über das Roadworthiness Package ein; Verhandlungen zwischen Mitgliedstaaten, Parlament und Kommission im Oktober führten zu ersten Kompromissen, und die irische Ratspräsidentschaft strebt eine politische Einigung bis Anfang Dezember 2026 an. Nationale Stellen erwarten anschließende technische Feldtests: Eine aktuelle Zusammenfassung des Kfz‑Gewerbe Landesverbands Hessen weist darauf hin, dass ein Feldtest der aktualisierten Gerätevorschrift (Softwareversion 7) für Januar 2027 an ausgewählten TÜV/DEKRA‑Prüfstellen geplant ist, um neue Messverfahren vor einer breiteren Einführung zu validieren.



