München — In einer überraschenden strategischen Kehrtwende am 4. November 2026 kündigte BMW an, seine Prognose für das Gesamtjahr 2026 anzupassen und Portfolio‑ sowie Strukturmaßnahmen auszudehnen und zu beschleunigen, zugleich den Hochlauf der Neue‑Klasse‑Modelle zu beschleunigen. Der Hersteller teilte mit, die Veränderungen würden eine nicht operative Ergebnisbelastung ins vierte Quartal drücken und die berichtete Automotive‑EBIT‑Marge für 2026 auf zwischen -0,5% und +0,5% reduzieren — nach zuvor 1–3% — Zahlen, die für Händler, Beschäftigte und Käufer in Deutschland und Österreich relevant sind.
Zahlen und Maßnahmen: was BMW offengelegt hat
BMW berichtete von einem robusten dritten Quartal mit einem Konzernergebnis vor Steuern von 2.083 Millionen Euro und einem Perioden‑EBT von 6.128 Millionen Euro; der Umsatz des Automotive‑Segments im Q3 lag bei 26.669 Millionen Euro und die Automotive‑EBIT‑Marge für das Quartal betrug 3,4%. Die Auslieferungen an Kunden im Q3 beliefen sich auf 551.075 Fahrzeuge und auf 1.707.802 im Neun‑Monats‑Zeitraum. Voll elektrisch angetriebene Fahrzeuge machten 20% von BMWs Q3‑Verkäufen aus (BEV + PHEV 27,4%) und fast 35% der europäischen Auslieferungen waren batterieelektrisch.
Das Management erklärte, man werde Portfolio‑ und Strukturmaßnahmen „ausweiten und intensivieren“, um die Neuausrichtung des Unternehmens zu beschleunigen, und dass diese Schritte das Automotive‑Ergebnis im Q4 nicht operativ belasten würden. Das Unternehmen quantifizierte Gegenwinde in der Jahresprognose: etwa 1,25 Prozentpunkte der Automotive‑EBIT‑Marge durch höhere Importzölle und rund 1,2 Prozentpunkte durch Abschreibungen und Amortisationen im Zusammenhang mit der Kaufpreiszurechnung für BBA — plus ungefähr 2,5 Prozentpunkte durch die Portfolio‑ und Strukturmaßnahmen selbst.
CEO Milan Nedeljković sagte, das Unternehmen werde „strukturelle Maßnahmen intensivieren und beschleunigen“, um Agilität und Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, und CFO Walter Mertl fügte hinzu, Geschwindigkeit sei ein „Schlüsselfaktor für den Erfolg“, während sich BMW rund um die Neue‑Klasse‑Technologie neu ausrichtet. Das Management bestätigte zudem weitere Produktionsverlagerungen, um den Hochlauf der Neue Klasse zu beschleunigen, und eine frühere Ausphasung einiger Gen‑5‑Batteriemodelle.



