Münchner Fahrer, Fahrgäste und Verkehrsplaner werden diesen Winter einen sichtbaren Schritt Richtung fahrerloser Stadtverkehre erleben: MAN Truck & Bus und die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) öffnen ab dem 17. November 2026 Passagier‑Testfahrten in einem automatisierten MAN Lion’s City 12 E im Rahmen des Forschungsprojekts MINGA. Der Versuch verläuft auf der MVG‑Linie 178; speziell geschulte Sicherheitsfahrer bleiben an Bord, und lokale Universitäten übernehmen die wissenschaftliche Begleitung.

Projektdetails und Zeitplan

Der 12‑Meter‑Batterie‑Elektrobus wird seit September im öffentlichen Straßenverkehr auf der Linie 178 getestet; ab dem 17. November können ausgewählte, registrierte Testnutzer das Fahrzeug montags bis freitags zwischen Petuelring und Freimanner Hölzl nutzen. MAN und MVG geben an, dass sich vor Beginn der Passagierphase mehr als 2.000 Personen vorgemeldet hatten. Der Versuch soll bis Juni 2027 laufen und wird mit rund 13 Mio. € durch das Bundesministerium für Verkehr gefördert.

Technische und sicherheitsrelevante Ausstattung

MAN automatisierte den Lion’s City 12 E in Kooperation mit dem Technologiepartner ADASTEC. Der Bus ist mit einem Sensorpaket ausgestattet, das mehrere LiDAR‑Sensoren, Radar‑ und Kamerasysteme sowie satellitengestützte Ortung umfasst; Sicherheitsfahrer bleiben während der gesamten Passagierfahrten an Bord und können bei Bedarf eingreifen. Das Fahrzeug fährt zusätzlich zum bestehenden Linienangebot und ersetzt damit nicht die planmäßigen Busse, sodass Forschende die Leistung im Mischverkehr auf Hauptstraßen, 30‑km/h‑Zonen, Parkflächen und Durchlässen beobachten können.

„Mit den ersten Testfahrten können Fahrgäste unsere Technologie nun im Alltagsbetrieb erleben. Das ist ein entscheidender Schritt“, sagte Dr. Frederik Zohm, Vorstandsfmitglied für Forschung und Entwicklung bei MAN — ein Kommentar, der von den Projektpartnern veröffentlicht wurde. Die MVG bezeichnete die Phase als Möglichkeit zu prüfen, ob und wie autonome Busse zuverlässig und kosteneffizient in den Linienbetrieb skaliert und integriert werden können.

Was das für den Markt bedeutet

Für Europas Nutzfahrzeug‑ und ÖPNV‑Branche ist die Passagierphase von MINGA ein wichtiger Nachweis dafür, Automation von geschlossenen Pilotprojekten in vollwertige, einsatzfähige Fahrzeuge zu überführen. Die Entscheidung von MAN für einen 12‑Meter‑Bus — eine Kapazitätsgröße, die mit konventionellen Solo‑Stadtbussen vergleichbar ist — signalisiert, dass Hersteller und Betreiber reale Linienbetriebsszenarien und nicht nur Neuheits‑Shuttles anpeilen. Die akademische Begleitung des Projekts, die geförderte F&E und das hohe lokale Interesse (2.000+ Vormerkungen) stärken die Evidenzbasis, die Politik und Betreiber benötigen, um Sicherheit, Barrierefreiheit und Kosten für einen breiteren Rollout in deutschen und europäischen Städten zu bewerten.

Zeigen die Versuche stabile Betriebsabläufe und positive Fahrgastakzeptanz, ist damit zu rechnen, dass Bushersteller und Zulieferer (Sensorik, Rechen‑ und Softwarepartner) Angebote für nachrüstbare Automatisierungskits und produktionsbereite automatisierte Busse beschleunigen. Für deutsche Zulieferer und OEMs mit vorhandenen Massenproduktions‑ und Servicenetzwerken könnte der Nachweis auf regulären Stadtstrecken frühere Umsätze mit automatisierten Flotten sowie mit Wartungs‑, Software‑ und Betreiber‑Trainingsleistungen in ganz Europa bedeuten.

Gleichzeitig unterstreicht der Test den weiterhin erforderlichen regulatorischen und operativen Aufwand: Geschultes Personal an Bord, Strecken‑Vorbereitung und lange Testzeiträume bleiben notwendige Schritte, bevor fahrerlose, unbeaufsichtigte Dienste skaliert werden können. Für Städte und Betreiber wird die unmittelbare Priorität die Kosten‑Nutzen‑Evidenz sein: ob Automation die Betriebskosten senkt, die Taktfrequenz erhöht oder die Barrierefreiheit so weit verbessert, dass sich Investitionen rechnen.

Für Münchnerinnen und Münchner gilt: Die nächste konkrete Chance, einen automatisierten Großstadtbus zu fahren, beginnt am 17. November 2026 — nur für registrierte Nutzer, da das Projekt bis Juni 2027 Betriebs‑ und Nutzererfahrungsdaten erhebt.

Elektroautos auf WorldTrader24 →

Quellen: Sustainable Bus, EuropaWire

Partnerhinweis: AutoPresse‑Technologiepartner DaVinci AI entwickelt KI‑Lösungen für die gesamte Automobilbranche – von Markt‑ und Händleranalysen bis hin zu autonomen KI‑Agenten sowie Bild‑ und Videoproduktion.